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gif  440 hertz
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1982 bis 2000

gif   440 hertz

gif jpgGeschichte

Das Kölner Musik Duo "440 hertz"   mit Veronica Kupzog und Arnd Sprung wurde 1982 gegründet  und   wirkte   bis 2000.
Geprägt von den Erfahrungen des Konzertlebens mit Solokonzerten, mit Kammermusik und mit Orchesterkonzerten entstanden zu Beginn Programme mit klassischer avantgardistischer Musik für Querfläte und Gitarre.
Um die Gegenwart in ihren Innen- und Außenwelten mit radikalen, kompromißlosen Kängen darzustellen, entwickelt sich das Duo zu Composern / Performern.

In der Besetzung Veronica Kupzog - Saxophon, Flöte, Keyboard, Synthesizer, Sampler, Stimme und Arnd Sprung - Gitarre, E-Gitarre, Guitar-Midi-System, Synthesizer, Sampler entwickeln sie ihre eigene schillernde, spannende und innovative Stilistik zwischen Neuer Musik, New Jazz und Audio Art.
Es entstehen Kompositionen und Produktionen in gemeinsamer Autorenschaft für Konzertprogramme, Hörspielmusik und Schauspielmusik.
440 hertz verwendeten digital aufgenommene Realitätsebenen, deren assoziative zeitebenen zu Bausteinen neuer kompositorischer Ebenen werden - Bruchstücke von Lebensausschnitten im Bruch mit der Wirklichkeit.

440 hertz war zu hören in Konzerten auf zeitgenössischen Musikfestivals in Deutschland, Österreich, Schweiz (Frankfurter Feste Alte Oper, Internationale Jazztage Leverkusen, Konzerte des Deutschen Musikrates, Documenta Kassel, Multi Mediale Karlsruhe, Rheinisches Musikfest Köln, Classic 2000 Bienne, Autumn Concerts Graz, Die Macht der Klänge Salzburg).

In dieser Zeit entstanden unter anderem die Konzertprogramme: "Ich bin sehr jung auf eine sehr alte Welt gekommen" nach Eric Satie und J. S. Bach,"Schlange vor Pantheon", "Zeitspiele", nach Texten von Heinrich Heine, Walther von der Vogelweide, Peter Weiss. "Vom Winde zersägt - Rapsody in Major Minor".

Von 440 hertz - WDR Preisträger 1986 - wurden Konzertmitschnitte, Portraits, Kompositionsaufträge und Produktionen in deutschsprachigen Rundfunkanstalten gesendet.



Die Tonträger sind erhältlich bei: veronica@kupzog.de
Infos: http://www.kupzog.de


gif   Texte zur CD
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LP 440 hertz
Die Flötistin Veronica Kupzog und der Gitarrist Arnd Sprung sind den musikakademischen Weihen durchaus teilhaftig: ob sie die Finger richtig und schnell setzen können, wurde staatlich geprüft. Doch statt sich mit dem schüchternen Klangvolumen von Flöte und Gitarre zu begnügen, verschafften sie solch en Kammermusikinstrumenten auf elektronischem Wege popmusikalische Potenz und statt sich auf die Harmlosigkeit der Händel oder Telemänner zu beschränken, wildern die Vorerwöhnten in buchstäblich allen stilistischen Revieren der sogenannten ernsten und der noch sogenannteren unterhaltenden Musik.
Die Selbstgenügsamkeit bescheidener Spieler vorweihnachtlicher Barockmusik hat ihr verdientes Ende in einem Klang-Feuerwerk gefunden, das der Ton von 440 hertz luntenartig entfacht.
Aber wohlgemerkt: Veronica Kupzog und Arnd Sprung gleichen nicht jenen erbarmungswürdigen Wagner-Tenören, die "Rock" singen, die in wechselnden Masken an das meiste Moos wollen.

Die beiden sind Grenzgänger. Sie schmuggeln auf die eine Seite die Kultur, Humanität, Utopie aller ernsten, also komplexen Musik und auf die andere Seite, ins Museum der Meisterwerke, schmuggeln sie die Vitalität der Popmusik wie die Realität des Lebens.
Auf dass die Kunst mit dem Leben, dieses mit der Kunst um ein Winziges mehr versöhnt wären.

Prof. Dr. Werner Klüppelholz, Köln 1987

CD Zeitspiele
Zeitgenössische Musik - was ist das?
Die Aggregatzustände unserer Welt - der vollendeten Sinfonie - und deren Wahrnehmung ermuntern uns zu entsprechenden Wahrnehmungszuständen; also auch zu Techniken, sie einzufangen.
Zeitgenössische Musik bedingt eben diese, durch die eigenen Nerven gefilterten Essenzen - deren Fragmente, deren gebrochene Symbolik, deren Materialerweiterung und -zerlegung - als sinnliches Entdecken des ausdrücklichen Klangerzeugnisses.
Für 440 hertz ist audio-art das Selbstverständnis in der Anwendung sämtlicher zeitgenössischer Instrumentarien - sowohl der synthetischen als auch der akustischen Klangerzeugung einschliesslich der menschlichen Stimme.
Das Hören als radikales Erlebnis. Das Erbe ist nicht nur angetreten - es wird geradezu verprasst.
Unsere Kompositionsweise verlässt dann auch herkömmliche Kompositionsverfahren.
440 hertz benutzen digital aufgenommene Realitätsebenen, deren assoziative Zeitebenen zu Bausteinen neuer kompositorischer Ebenen werden - Bruchstücke von Lebensausschnitten im Bruch mit der Wirklichkeit.
Wir danken für Ihr geneigtes Ohr.

Veronica Kupzog / Arnd Sprung, Köln 1991

CD Vom Winde zersägt / Rapsody In Major Minor
Text zum Booklet
"Vom Winde zersägt" ist das Sound-Recycling im Dualen System 440 hertz.
Zwei Virtuosen - zwei Welten - widersprüchliche Temperamente. Getrennt - Zusammen.
Ying und Yang. Null und Eins. Bit by Bit: Hörspielmusiken, TheaterSoundscapes.
Konzertmaloche. Studiowelten.
Das Inventar der Musik wird holographisch auf einen Ton, ein Crescendo, eine vocale Pirouette komprimiert - und spiegelt so Gattung, Zeitalter, Figuren der abendländischen Klangkultur von damals und heute.
Update City. Last Exit. Stadt ohne Wiederkehr - eingekapselte Welten gerahmt vom Belcanto des Jahrtausends. Pulsschläge der Zivilisation - Lärm, das eingesperrte Raubtier.
Ozone Vision. Das Ozonloch sieht alles. Klangbrüche. Ein Klangmarsch, der sich fröhlich gibt, und mitsamt der dazwischen aufbrechenden Toncollage zum skologischen Hörsturz wird.
Dynamo Joe 1951. Sein Name sei Chipburger - 1 Digitale Erzählung aus dem Jahre 0 - Asche der numerischen Zeit. Vom elektronischen Schrott der Kultur erhebt sich der Roboter auf dem Tretfahrrad im 4 Bit Code. Menschenfleisch. Schritte - ein Rennen durch das brennende Gehirn. In sich gekrümmte Rhythmen. Atemloser Postpunk. Wir schreiben die Ziffer 1 für wahr ....
Waterproof. Sieh die Nixe, wie sie sich wälzt - ihr zärtlicher Tanz auf den Schaumkronen.
Shock the Fly. Ein böser Klang. Die Insektenmaschine. Kampfraum. Im Hintergrund cantabile. Das digitale Orchester spielt Hollywood.
Slightly scratched. Ein sinfonischer DJ. Orchestergruppen unter chemischer Beschleuniguns-Therapie.
Mrs. Overdrive. Commercial für Parfümschokoladenautos. Die geklonte Primadonna als digitale Nachtigall - sie erbricht sich in transzendentalem Rap. Die Welt indes, sie lacht.
Cybermaria´n` Jesus. Ein Hörfilm - KlangSPIEL noch nicht aufgezeichneter Bilder. Akustisches Cyberinventar führt in gerasterte Innenwelten digitaler Emotion.

Text: Hans-Ulrich Werner
Westdeutscher Rundfunk Studio für Klangdesign, Köln 1996


                                                                                                                          

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© copyright by Arnd Sprung, Köln, Germany,2007